Leben mit Krebs

Interaktive App hilft Kindern, Krebs bei ihren Eltern zu verstehen

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, ist das für Kinder oft schwer begreiflich. Eine neue Web-App hilft, die Krankheit kindgerecht zu erklären und unterstützt Familien dabei, offen miteinander zu sprechen.

Von Redaktion 23.07.2026 · 17:40 Uhr

Die Diagnose Krebs stellt Familien vor große Herausforderungen. Viele Eltern fragen sich, wie sie die Erkrankung verständlich erklären können, ohne Kinder zu überfordern. Die neue Web-App „Lonis Weltraumreise“ wurde genau dafür entwickelt: Sie hilft Kindern, die Situation besser zu begreifen, und unterstützt Gespräche innerhalb der Familie.

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Technischen Hochschule Augsburg und dem Universitätsklinikum Freiburg. Beteiligt waren neben Studierenden auch Fachleute aus der Psychoonkologie, der Medizin und den Sozialwissenschaften sowie betroffene Familien. Ziel war, eine digitale Anwendung zu schaffen, die sowohl informativ als auch einfühlsam ist.

Spielerisch und verständlich erklärt

Die App richtet sich vor allem an Kinder zwischen fünf und neun Jahren. In einer fantasievollen Geschichte begleiten sie die Figur Loni auf einer Reise durch den Weltraum. Dort lernen sie Schritt für Schritt, was Krebs ist und wie Behandlungen wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung funktionieren.

Besonders hilfreich: Die Inhalte sind bewusst einfach und anschaulich gestaltet, ohne wichtige Informationen auszulassen. Interaktive Elemente sorgen dafür, dass Kinder aktiv eingebunden werden. So fällt es ihnen leichter, das Gelernte zu verarbeiten und Fragen zu stellen.

Individuell auf Familien abgestimmt

Ein zentrales Merkmal der App ist ihre Anpassungsfähigkeit. Eltern können angeben, welcher Elternteil erkrankt ist und welche Therapie geplant ist. Die Geschichte passt sich automatisch an diese Angaben an und spiegelt so die persönliche Situation der Familie wider.

Erste Rückmeldungen aus einer Pilotstudie waren sehr positiv: Sowohl Kinder als auch Eltern und Fachpersonen bewerten die App als hilfreich und verständlich. Perspektivisch soll das Angebot möglichst vielen Familien kostenfrei zur Verfügung stehen.

Die Anwendung kann besonders dort unterstützen, wo psychosoziale Angebote nicht flächendeckend verfügbar sind. Sie bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen und kann helfen, Unsicherheiten im Umgang mit der Erkrankung zu verringern.

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